Konjunkturbarometer Rheinland Herbst 2020

Die rheinische Wirtschaft erholt sich langsam von der Rezession im ersten Halbjahr, das durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt war. Die insgesamt an der Umfrage beteiligten über 3000 Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistungen beurteilten ihre Geschäftslage bereits im Frühherbst deutlich besser als noch im Sommer. Dieser Trend hat sich auch im neuerlichen Lockdown fortgesetzt. Aber sowohl bei der regulären Umfrage, die bis Anfang Oktober beendet wurde, als auch bei der Blitzumfrage in der dritten Novemberwoche bleibt der Anteil der Unternehmen mit schlechter Geschäftslage höher als der Anteil der Unternehmen mit guter Lage. Der Geschäftslageindikator als Saldo aus Gut- und Schlecht-Anteilen hat sich von seinem Tief im Sommer (-25) positiv entwickelt und liegt in der Blitzumfrage mit -7 Punkten sogar noch über dem Wert von Anfang Oktober (-13 Punkte). Noch immer sehr schlecht ist die Lage im Gastgewerbe, das von den wirtschaftlichen Einschränkungen im November direkt betroffen ist. Im Einzelhandel, der durch eine gesunkene Passantenfrequenz in den Innenstädten ebenfalls mittelbar betroffen ist, hat sich die Lage durch die Einschränkungen deutlich verschlechtert. In der Industrie hat sich der Aufholprozess dagegen spürbar fortgesetzt. Die offenen europäischen Binnengrenzen haben – anders als im März – dafür gesorgt, dass Lieferketten funktionieren. Die Nachfrage nach Pkw zieht wieder leicht an – sowohl von inländischen Privatpersonen als auch aus wichtigen Märkten wie etwa China. Da Schulen und Kitas geöffnet blieben, war die Vereinbarkeit von Beruf und Familie besser gewährleistet als im Frühjahr.

Konjunkturbarometer Rheinland Herbst 2020

Branchenreport

Konjunkturbarometer Rheinland Jahresbeginn 2020

Die Wirtschaft im Rheinland ist stabilisiert ins Jahr 2020 gegangen. Die über 3.000 an der aktuellen IHK-Umfrage beteiligten Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistungen beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage erneut leicht positiv.

Auch zu Jahresbeginn überwiegen in den meisten Branchen die positiven Stimmen. Dabei bleiben aber merkliche Unterschiede zwischen eher inlands- beziehungsweise konsumorientierten und eher exportstarken Einzelbranchen. Erstere sind weiterhin im Konjunkturhoch, letztere haben durchweg verhaltenere Einschätzungen, bei denen teils sogar Betriebe überwiegend unzufrieden sind. Denn die Exportaussichten sind weiter negativ, wenn auch nicht so pessimistisch wie zuvor. Gründe für skeptische Exporteinschätzungen sind – trotz einzelner Fortschritte – die bereits bestehenden und die drohenden Handelsschranken, der vollzogene, aber nicht ausverhandelte Brexit, die  Russlandsanktionen sowie die schwelenden Konflikte in Nahost und rund um den Persischen Golf. Daneben kämpft die Automobilindustrie mit einem grundlegenden Strukturwandel aufgrund der Klimadebatte. Die in vielen Bereichen marode Verkehrsinfrastruktur behindert nicht nur im Rheinland zunehmend den Wirtschafts- und Pendlerverkehr, die Bahn leidet unter einem enormen Investitionsstau und hinzu kommen das Ende letzten Jahres auf den Weg gebrachte deutsche Klimapaket und der Ausstieg aus der Kohleverstromung.

Konjunkturbarometer Rheinland Jahresbeginn 2020


Konjunkturbarometer Rheinland Herbst 2019

Die Geschäftslage der rheinischen Wirtschaft hat sich im Herbst 2019 gegenüber der vorherigen Umfrage zum Jahresbeginn erheblich verschlechtert. Sie wird aber noch überwiegend positiv bewertet.

Der Abschwung trifft in besonderem Maße die exportorientierte Industrie. Eine Ursache sind die von der amerikanischen Regierung initiierten Handelskonflikte, die den internationalen Warenaustausch belasten. Wegen des voraussichtlichen Brexits schrumpft der Außenhandel mit Großbritannien. Die Automobilindustrie ist hiervon überdurchschnittlich stark betroffen. Dieser bedeutende Wirtschaftszweig kämpft zudem mit den Folgen eines tiefgreifenden Strukturwandels. Darüber hinaus bestehen weitere geopolitische Risiken, insbesondere im Nahen Osten. Auch der mit der Industrie eng verflochtene Großhandel spürt, dass das Konjunkturklima rauer wird. Wichtige Teile der Binnenwirtschaft wurden noch nicht vom Abschwung erfasst und stabilisieren die konjunkturelle Lage. Dies gilt vor allem für das Baugewerbe, was nicht zuletzt an den sehr niedrigen Zinssätzen für Immobilienfinanzierungen liegt. Auch der Einzelhandel beurteilt seine Lage nur geringfügig negativer als zum Jahresbeginn.

Konjunkturbarometer Rheinland Herbst 2019


Konjunkturbarometer Rheinland Jahresbeginn 2019

Den Unternehmen im Rheinland geht es zum Jahresbeginn 2019 nach wie vor sehr gut. Der Geschäftslageindex, der die Differenz aus guten und schlechten Einschätzungen abbildet,  erreicht den viertbesten Wert seit Beginn der Konjunkturbefragung im Rheinland im Jahr 2003.

Vom Export gingen 2018 weniger Wachstumsimpulse aus als erwartet. Neben der Konjunkturschwäche in wichtigen Absatzmärkten wie zum Beispiel China spielen vor allem die wachsenden Handelshemmnisse – insbesondere der Handelsstreit mit den USA, aber auch der weiterhin ungeregelte Brexit – eine Rolle. Ein noch größeres Risiko für die Konjunktur sehen die Unternehmen aber im Fachkräftemangel. Mehr als jeder zweite Betrieb erkennt darin eine Herausforderung für die weitere Entwicklung. Die wachsende Unsicherheit durch drohende Handelshemmnisse und Personalengpässe wirkt sich auch auf die Geschäftserwartungen aus. Auch wenn der Aufschwung in den kommenden Monaten an Dynamik verlieren wird, ist dennoch nicht mit einem Konjunktureinbruch zu rechnen.

Konjunkturbarometer Rheinland Jahresbeginn 2019


Konjunkturbarometer Rheinland Herbst 2018

Die Konjunktur im Rheinland befindet sich im Herbst 2018 weiter in sehr guter Verfassung. Der Geschäftslageindex, der die Differenz aus guten und schlechten Einschätzungen abbildet, erreicht den zweitbesten Wert der letzten zehn Jahre.

Deutlich gesunken sind die Exporterwartungen der Unternehmen im Vergleich zur Vorumfrage. Die Beschäftigungs- und Investitionspläne der Unternehmen bleiben vorerst auf stabil hohem Niveau. Fast jeder dritte Betrieb plant, in den kommenden zwölf Monaten mehr zu investieren, als bisher.

Konjunkturbarometer Rheinland Herbst 2018


Konjunkturbarometer Rheinland Jahresbeginn 2018

Insgesamt 49 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihre Lage in der aktuellen Umfrage als gut, weitere 43 Prozent sind zufrieden. Der Anteil derjenigen, die ihre Lage als schlecht einschätzen, ist mit rund acht Prozent so niedrig wie nie zuvor. Der Geschäftslageindex, also die Differenz der guten und der schlechten Einschätzungen, erreicht mit 41,3 Punkten einen neuen Höchstwert und übertrifft abermals deutlich seinen Zehn-Jahres-Durchschnitt von 22,1 Punkten.

„Hauptrisiko für die rheinische Wirtschaft bleibt der Fachkräftemangel, mehr als jedes zweite der befragten Unternehmen zeigt sich entsprechend besorgt", fasst Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, das Umfrageergebnis zusammen. Gleichzeitig möchte fast jedes dritte Unternehmen im Jahresverlauf mehr Mitarbeiter als aktuell beschäftigen. Als zweitwichtigstes Risiko nennen die Unternehmen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Die Betriebe sehen zum Beispiel die Stabilität und Handlungsfähigkeit der Politik angesichts der langwierigen Regierungsbildung in Gefahr oder verweisen auf die Diskussion um Dieselfahrverbote.

Konjunkturbarometer Rheinland Jahresbeginn 2018

Konjunkturbarometer Rheinland Herbst 2017 

Die Konjunktur im Rheinland hat nach einer dreijährigen Seitwärtsbewegung im Jahresverlauf 2017 an Breite und Stärke gewonnen. Der Geschäftslageindex, also die Differenz der guten und der schlechten Einschätzungen, hat seit Jahresbeginn zugelegt. Dazu beigetragen haben sowohl die Inlands- als auch die Auslandsnachfrage. Die Beschäftigung und die privaten Einkommen sind weiter gestiegen. Die Zinsen bleiben anhaltend niedrig. Und für all dies sind die Perspektiven auf Sicht günstig. Das sorgt in der Summe für ein nachhaltig gutes Konsumklima trotz steigender Mieten und Kraftstoffpreise. Der Export hat im Jahresverlauf merklich zugelegt, denn die Weltwirtschaft befindet sich mittlerweile in einem Aufschwung. Dies gilt vor allem für die USA, Japan und den Euroraum. Aber auch die chinesische Wirtschaft expandiert wieder kräftiger. Viele Betriebe möchten im kommenden Jahr zusätzlich investieren und weiteres Personal einstellen. Allerdings haben die Anspannungen seit Jahresbeginn zugenommen: Die Auslastung der Maschinen und Anlagen in den produzierenden Branchen sowie das fehlende Personal zur Bewältigung der steigenden Auftragslage. Dabei nehmen die Schwierigkeiten zu, offene Stellen zügig zu besetzen. Der starke Eurokurs könnte zudem einen noch kräftigeren Aufschwung bremsen. Die weiteren Geschäftserwartungen der rheinischen Wirtschaft zeigen stabil aufwärts.


Konjunkturbarometer Rheinland Herbst 2017


Konjunkturbarometer Rheinland Jahresbeginn 2017

Zum Jahresbeginn 2017 bewerten die Unternehmen im Rheinland ihre Geschäftslage größtenteils weiterhin sehr positiv. Die anhaltende Seitwärtsbewegung auf einem überdurchschnittlichen Niveau des Geschäftslageindexes, der die Differenz der positiven und negativen Lageeinschätzungen wiedergibt, deutet darauf hin, dass sich die Konjunktur in der Region sehr stabil entwickelt. Anhaltend niedrige Zinsen, eine hohe Kaufkraft und Konsumlaune, eine bis in den November hinein relativ niedrige Inflation sowie steigende Einkommen und Beschäftigung stützen diesen Verlauf. Parallel zu den Lageeinschätzungen entwickeln sich derzeit auch die Erwartungen. Die Investitionspläne für die kommenden Monate legen noch einmal zu. Der Aufschwung der Exporterwartungen wird weiterhin von zahlreichen Unsicherheiten begleitet. Im Vordergrund stehen dabei die USA. Auch die weiteren im Rahmen der IHK-Konjunkturumfrage erhobenen Indikatoren lassen auf eine in diesem Jahr stabile Wirtschaftsentwicklung in der Metropolregion Rheinland schließen. 

Konjunkturbarometer Rheinland Jahresbeginn 2017